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Donnerstag, 20.09.2018

Es wird ein ungetrübt sonniger Tag, morgendliche Wolken lösen sich auf.

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Teufels Brücke und Freimanns Wacht

Die Turracher Höhe ist nicht nur von wunderschönen Bergen umgeben, sondern auch von wundersamen Geschichten. Nicht immer ist es einfach, zu entscheiden, was an ihnen Sage und was ein Körnchen Wahrheit ist.

Einer der anspruchsvollsten Wandertouren, die man von der Turracher Höhe aus beginnen kann, führt nach Westen in die Nockberge auf weit über 2.000 Meter, um dann nach Norden tief in den Werchzirbengraben hinabzuführen.

Es sind neun anstrengende Wanderstunden durch unberührte, strahlende Natur, die durch zweierlei Besonderheiten noch einmal merklich bereichert werden: Zum einen durch den köstlichen Kaiserschmarrn, der die müden Wanderer am Ende der Tour in der Wildbachhütte erwartet. Zum anderen durch die Blicke, die man unterwegs in das sagenumwobene Verborgene Tal erhaschen kann. Und mancher schnürt genau deswegen seine Schuhe. Denn irgendwo in den Hängen dieses Tals, zu dem kein Weg und keine Straße führt, liegt, so erzählen es die Sagen, eine tiefe Höhle, gefüllt mit unermesslichen Schätzen, gut verborgen vor den Blicken der allzu Neugierigen.

Was natürlich die neugierigen Blicke der heutigen Wanderer nur noch mehr anspornt. Da wird geschaut und gestarrt und manchesmal das mitgebrachte Fernglas gezückt, wie sonst nur in der Oper. Denn, wer weiß, vielleicht ist man ja selbst der Glückspilz, der diesen Schatz endlich findet und hebt. Wobei, die Höhle zu finden ist möglicherweise der leichtere Teil. Die Geologen haben bereits etliche kleinere Höhlen in dem Gebiet gefunden, dieser Kern der Sage ist also bestätigt. Der schwerere Teil ist möglicherweise, den Freimann zu überwinden, der seit hunderten von Jahren den Eingang der Höhle bewacht, ohne je die Augen zu schließen. Er macht das nicht freiwillig, er ist durch einen Fluch gebunden, ausgelöst durch fürchterlicher Untaten, aber er macht es gründlich – und bewaffnet mit einem langen Richtschwert. Nur ganz wenigen soll es je gelungen sein, ihm einen kleinen Teil der Schätze zu entreißen.

 Teufels Wasser

Diese Geschichte ist nur eine von vielen, die untrennbar mit der Turracher Höhe verbunden sind. Auch der Schwarzsee hat seine eigene und die auch auf eigenartige Weise einen wahren Kern hat. Dort, wo der See heute funkelt, soll früher ein großes Gehöft gestanden haben, das der Leibhaftige selbst, so die Sage, mit Lug und Trug unter seine Kontrolle gebracht hatte. Als der örtliche Geistliche einschreitet, um den Gehörnten zu vertreiben, stampft dieser so mächtig auf den Boden, dass schwarze Fluten heraufsteigen und der Hof in der Tiefe versinkt. So märchenhaft das auch klingt, die Klimaforschung weiß heute, dass es im Mittelalter deutliche wärmere Zeiten gab, in denen Landwirtschaft auf der Turracher Höhe möglich und fruchtbringend gewesen sein muss. Gut denkbar also, dass es einmal einen Hof dort gegeben hat und die Sage die Erinnerung daran in verschleierter Form bewahrt.

 Zur Hölle mit der Brücke

Apropos Teufel: das raue Leben auf der Höhe mit seinen Wetterstürzen und der ungezähmten Natur hat die Bewohner früherer Zeiten oftmals den Widersacher Gottes am Werke gesehen. Er hat, glaubt man der Überlieferung, nicht nur freche Buben, die leichtsinnig auf seinen Namen fluchten für immer in die Höhen der Berge entschwinden lassen, einmal hat er sogar die lebenswichtige Brücke hinunter nach Reichenau im Zorn zerschmettert, weil ihm eine schon fast gefangene Seele doch noch entfloh. Der Beweis? Der Faustabdruck des Leibhaftigen ist bis heute in den Resten der alten Brücke gut zu erkennen – fast zu gut: eine hilfreiche Seele hat die Stelle mit Neonfarbe eingesprüht, damit niemand den Abdruck übersieht. Was immer aber die alte Brücke zerschlug, die Wucht des Ereignisses ist für immer in der alten Sage bewahrt.

 Servus, srecno, ciao und wir sehen uns auf der Turracher Höhe!

TEXT Michael Matthias  FOTOS Bachernegg, Zimmermann  

Im heutigen Blog erfährt ihr eine der spannesten Sagen der Turracher Höhe! Also seid gespannt was euch erwartet.