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Do., 15.11.2018, 01:45

Wenn der Berg ruft

Fritz Gambs ist Chef der Bergbahnen auf der Turrach. Das hört sich nach einem Bürojob an, inkludiert aber auch regelmäßiges Schifahren und Reisen in die halbe Welt. Bevor Sie ihn jetzt aber grenzenlos beneiden, lesen Sie diese Geschichte besser zu Ende.

Der gebürtige Murtaler Fritz Gambs studierte nach dem Schulabschluss Wirtschaftsingenieurwesen. Drei Prüfungen fehlten noch, da rief der Berg – und zwar der Kreischberg. Das dortige Team brauchte Gambs dringend als Unterstützung. Es sei nur für eine Saison, sagte man. Daraus wurden acht Jahre. Danach ging es auf die Turrach, wo er seit langem schon die Geschicke der Bergbahnen leitet.

Die Liebe zur schwarzen Piste

Was Gambs dafür qualifiziert? Er ist ein kluger Stratege, strahlt Ruhe aus, aber vor allem: Er ist ein begeisterter Schifahrer, dem jeder Sommer viel zu lang erscheint. Einer, der sich rund dreimal in der Woche auf die Bretter stellt, die ihm die Welt bedeuten. Apropos: Auch wenn man heute die Pisten breit und übersichtlich anlegt, für Fritz Gambs dürfte es auch gerne eng und steil sein. Schwarze Pisten sind für ihn kein Grund für weiträumige Ausweichmanöver, sondern reizvolle Anziehungspunkte. Aber keine Bange: Er hat gelernt, dass man Pisten nicht für die eigenen Ansprüche baut, sondern für die Gäste. Auch für solche, die nicht auf Schiern aufgewachsen sind.

Ungebremst ins Tal

Auf der Turrach kontrolliert er beim Rauf- und Runterfahren, ob sämtliche Strecken und Anlagen in bester Ordnung sind. So kam er auch in den Genuss als erster mit dem Nockyflitzer hinunter zu sausen. Ohne zu bremsen, wie in diesem Magazin an anderer Stelle nachzulesen ist. Nervenstärke ist also auch Teil des Anforderungsprofils. Bei seinen Reisen in Schigebiete in aller Welt hingegen tankt Gambs Kraft und holt sich neue Ideen. Zu seinen Lieblingsdestinationen gehört Whistler Mountain, wo nur ein Bruchteil der Pisten präpariert ist und die Freiheit scheinbar grenzenlos. Scheinbar, denn im Gegensatz zur Turracher Höhe kämpft das kanadische Ressort mittlerweile immer öfter mit Schneemangel. Dieses Problem hat Gambs mit seinem Team nicht. Im Oktober wird aufgesperrt, stets als eines der allerersten Schigebiete in Österreich. Am 1. Mai ist Schluss. Dann fängt der Sommer an. Und Fritz Gambs muss die Schi einsommern. Oder sagt man doch einwintern?

INFO: Das Leben auf der Turrach ist eine Berg- und Talfahrt: Vier 6er Sesselbahnen, 1 Kombi-Bahn (8er Kabinen & 6er Sessel), 1 Doppel-Sessellift, 7 Schlepplifte, 1 Stricklift (der sogenannte „Maulwurf“). Abwechslungsreiche Pisten: 14,5 Kilometer leicht (blau), 24 Kilometer mittelschwer (rot), 3,5 Kilometer schwer (schwarz). Einen Snowpark mit 1,5 Kilometer Länge auf 2.030 Metern Seehöhe. Mit 850 Metern Länge eine der längsten Funslopes der Welt. Und die Seenrunde, eine 12 km lange Skirunde um den Turracher See bis auf 2020m.

Bis dahin servus, srecno, ciao und wir sehen uns am Berg! 

#turracherhöhe #höchstpersönlich

TEXT Lucchini Stefan, FOTOS Attisani, Rossmann, Strauss, Q-Parks